KI-Readiness: Sind Ihre Mitarbeitenden bereit für den Wandel?

KI-Readiness: Sind Ihre Mitarbeitenden bereit für den Wandel?

Die Arbeitswelt verändert sich. Nicht zum ersten Mal, aber möglicherweise schneller als je zuvor.

Wie gut Unternehmen und Mitarbeitende auf diesen Wandel vorbereitet sind, lässt sich mit einem Begriff zusammenfassen: KI-Readiness. Sie beschreibt, ob Mitarbeitende die Möglichkeiten von KI kennen, sie nutzen wollen, kompetent einsetzen können und im vorgegebenen Rahmen den Eindruck haben, sie nutzen zu dürfen.

Die Disruption durch Künstliche Intelligenz ist dabei keineswegs die erste große Veränderung, mit der Unternehmen und Mitarbeitende umgehen müssen. Die Corona-Pandemie hat uns zuletzt eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich Arbeitsweisen verändern können: Remote Work wurde innerhalb weniger Wochen vom Ausnahmefall zur Regel. Blicken wir weiter zurück, finden wir zahlreiche weitere Beispiele, von der Erfindung des Computers und des Internets bis hin zur Industrialisierung und der Dampfmaschine.

Technologischer Fortschritt hat Arbeit schon immer verändert. Tätigkeiten verschwanden, neue entstanden, Prozesse wurden neu organisiert und benötigte Kompetenzen veränderten sich.

Rückblickend lässt sich festhalten:

Als Gesellschaft sind wir erstaunlich anpassungsfähig.

Warum die Reaktionen auf KI so unterschiedlich ausfallen

Was wir in dieser Rückschau allerdings leicht vergessen: Veränderung passiert nicht von selbst. Hinter jeder technologischen Disruption stehen Menschen, die neue Arbeitsweisen erlernen, Prozesse verändern und sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen müssen.

Genau hier liegt eine der zentralen Herausforderungen der aktuellen KI-Transformation.

Wir können heute nur schwer vorhersagen, wie KI die Arbeitswelt in fünf oder zehn Jahren verändert haben wird. Zu schnell entwickeln sich die Technologien und ihre Anwendungsmöglichkeiten. Was wir aber bereits heute sehen, sind unmittelbare Auswirkungen auf Unternehmen und ihre Mitarbeitenden.

Und diese Auswirkungen sind höchst unterschiedlich.

Für die einen ist KI eine enorme Chance: repetitive Aufgaben können automatisiert, Informationen schneller verarbeitet und neue Ideen entwickelt werden. Andere erleben Unsicherheit oder Sorge: Wird meine Arbeit künftig noch gebraucht? Welche Kompetenzen werden in Zukunft wichtig sein? Und was bedeutet KI für meine persönliche Rolle im Unternehmen?

Wieder andere erleben nach anfänglicher Euphorie eine gewisse Ernüchterung. KI kann beeindruckende Ergebnisse liefern, aber sie macht auch Fehler, erfordert Kontrolle und funktioniert nicht für jede Aufgabe gleichermaßen gut.

Die aktuelle Forschung deutet deshalb weniger auf ein einfaches Szenario hin, in dem KI ganze Berufe ersetzt. Vielmehr werden sich die Aufgaben innerhalb vieler Berufe verändern. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) kommt in ihrer 2025 veröffentlichten Analyse zu dem Ergebnis, dass weltweit etwa jeder vierte Beschäftigte in einem Beruf arbeitet, der in irgendeiner Form von generativer KI betroffen sein könnte. Gleichzeitig sei eine Transformation von Arbeit wahrscheinlicher als die vollständige Ersetzung von Arbeitsplätzen.

Damit verschiebt sich auch die zentrale Frage.

Es geht nicht nur darum:

„Welche Jobs wird KI ersetzen?“

Sondern vielmehr:

„Wie verändert KI die Arbeit, und was brauchen Menschen, um diese Veränderung erfolgreich zu gestalten?“

Die eigentliche Herausforderung liegt beim Menschen

Für Unternehmen stellt sich damit eine entscheidende Frage:

Was können wir tun, damit die KI-Disruption nicht zum Scheitern führt, sondern wir uns, wie bei vergangenen technologischen Veränderungen, erfolgreich anpassen und vielleicht sogar davon profitieren?

Denn die Einführung einer neuen Technologie allein verändert noch keine Organisation.

Genau an diesem Punkt trifft die aktuelle KI-Diskussion auf eine lange Forschungstradition aus dem Change Management.

Mit strukturiert begleiteten Veränderungsprozessen setzt functionHR genau hier an, zum Beispiel mit der Lösung für Change-Experience-Befragungen.

Von Change Readiness zu KI Readiness

Die Forschung zu organisationalem Wandel beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Frage, warum Menschen Veränderungen unterstützen, ablehnen oder ihnen ambivalent gegenüberstehen.

Oreg, Vakola und Armenakis (2011) haben beispielsweise in einer umfassenden Analyse von 60 Jahren Forschung gezeigt, dass die Reaktionen von Mitarbeitenden auf Veränderungsprozesse von einer Vielzahl individueller und organisationaler Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören unter anderem die Wahrnehmung des Nutzens oder möglicher Nachteile einer Veränderung, der Veränderungsprozess selbst und der organisationale Kontext.

Rafferty, Jimmieson und Armenakis (2013) haben diese Perspektive mit ihrem Konzept der Change Readiness weiter systematisiert und Veränderungsbereitschaft als ein mehrstufiges Phänomen auf individueller und organisationaler Ebene beschrieben.

Gemeinsam mit dem renommierten Change Forscher Prof. Dr. Rouven Kanitz von der Wirtschaftsuniversität Wien haben wir diese Forschungsperspektiven auf die Situation der KI-Transformation übertragen und für den vorliegenden Kontext nutzbar gemacht.

Daraus ist unser KI-Readiness-Modell entstanden.

Das KI-Readiness-Modell: vier zentrale Fragen

So lässt sich die eigene Bereitschaft für den Umgang mit KI schnell einordnen:

Kennen: Verstehe ich?

Verstehe ich, was KI kann, und was sie nicht kann?

Kenne ich die für meine Arbeit relevanten Möglichkeiten? Weiß ich, welche Aufgaben ich mit KI unterstützen kann und wo ihre Grenzen liegen?

Kennen bedeutet: Orientierung schaffen.

Wollen: Will ich?

Bin ich davon überzeugt, dass KI meine Arbeit sinnvoll unterstützen kann?

Sehe ich einen persönlichen Nutzen? Habe ich das Gefühl, dass KI mir hilft, bessere Ergebnisse zu erzielen, Zeit zu sparen oder neue Möglichkeiten zu erschließen?

Wollen bedeutet: Motivation und Sinn schaffen.

Können: Kann ich?

Verfüge ich über die notwendigen Kompetenzen?

Kann ich geeignete Anwendungsfälle erkennen? Kann ich KI sinnvoll in meine Arbeitsprozesse integrieren? Und kann ich die Ergebnisse kritisch beurteilen?

Können bedeutet: Befähigung schaffen.

Dürfen: Darf ich?

Und schließlich: Weiß ich, was ich im Rahmen der KI-Nutzung darf und welche Leitplanken es gibt?

Welche Tools sind zugelassen? Welche Daten darf ich verwenden? Wann muss ein Mensch ein Ergebnis überprüfen? Wer trägt Verantwortung? Auf diese Fragen müssen Organisationen Mitarbeitenden Antworten geben. Nur wer Leitplanken vorgibt, kann einen sicheren Rahmen schaffen und so die nötige Legitimation für KI-Initiativen im Unternehmen fördern.

Dürfen bedeutet Sicherheit und Legitimation schaffen.

Vier Fragen, eine Voraussetzung für erfolgreiche KI-Transformation

KI kann ihr volles Potenzial nur dann entfalten, wenn diese vier Dimensionen zusammenspielen.

Ein Mitarbeitender kann wollen, aber nicht können.

Er kann können, aber nicht dürfen.

Er kann dürfen, aber nicht wollen.

Oder er kann die Technologie nutzen, ohne überhaupt zu kennen, welche Möglichkeiten sie für seine Arbeit bietet.

Deshalb ist KI-Readiness keine reine Technologiefrage. Sie ist eine Frage des Zusammenspiels von Mensch, Organisation und Technologie.

Es braucht Menschen, die verstehen, was die Technologie kann. Menschen, die bereit sind, sie einzusetzen. Menschen, die über die notwendigen Kompetenzen verfügen. Und Menschen, die wissen, in welchem Rahmen sie KI überhaupt nutzen dürfen.

Und genau darin liegt möglicherweise der entscheidende Wettbewerbsvorteil der kommenden Jahre:

Nicht welches Unternehmen als erstes KI einführt.

Sondern welches Unternehmen es schafft, seine Mitarbeitenden am besten darauf vorzubereiten.

Wie steht es um Ihre KI-Readiness?

Wenn Sie wissen möchten, wie es um die KI-Readiness in Ihrer Organisation steht, beginnen Sie mit vier einfachen Fragen:

Kennen: Verstehen meine Mitarbeitenden die Möglichkeiten und Grenzen von KI?

Wollen: Sind sie überzeugt, dass KI ihnen einen echten Mehrwert bietet?

Können: Verfügen sie über die notwendigen Kompetenzen?

Dürfen: Gibt es klare Regeln und einen sicheren Rahmen für die Nutzung?

Nur wenn alle vier Dimensionen zusammenspielen, kann sich das volle Potenzial von KI entfalten.

Der zuverlässigste Weg, ehrliche Antworten auf diese vier Fragen zu bekommen, ist es, die eigenen Mitarbeitenden direkt zu fragen. Anders als eine informelle Umfrage folgt eine methodisch fundierte Mitarbeiterbefragung einem klaren Ablauf mit validierten Fragen und einem definierten Folgeprozess, damit aus den Antworten auch tatsächlich Erkenntnisse werden.

Sie wollen wissen, wo Ihre Organisation steht?

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